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Montag, 31. Oktober 2011

Sprachliche Verständigungsform: Die K L E B E


Wörtereien 2


- Tagesfragen zu Sprachlichem -

Heute nachgefragt: Die "Klebe"

Die "Klebe" – das Wort macht Aufruhr in einer Grundschule.

Vielmehr, die Rektorin macht Aufruhr.

Sie verlangt, lt. zur Abstimmung gestelltem Lehrerkonferenzbefluss, "dass wir unseren Schülern gutes, richtiges Deutsch beibringen müssen“:

"Es muss heißen: Der Klebstoff. Oder die Klebeflasche. Oder: der UHU-Kleber."

Basta! – Ein Lehrerin läßt sich das nicht gefallen. Sie geht an den PC, der im Sekretariat bereit ist, Befehle, nicht nur der Rektorin in Empfang zu nehmen.

Die ruft Duden online auf – und erhält folgenden Ausdruck:

http://www.duden.de/rechtschreibung/Klebe

Auf dem BlattPapier markiert sie: „Die Klebe:

Wortart: Substantiv, feminin“

Und:

… „Grammatik:

die Klebe; der Klebe, die Kleben (Plural selten)“

„Potztausend!“, entfährt es einer Kollegin.

„Heja, was bedeutet das denn?“

„Na, dass ich mich wundere!“

„Eben."

"Und die Frage, wie die DUDEN-Redaktion auf solche Spracherfassung kommt.! „Na, kannste denn darüber einen Vortrag halten?“ – Wenn es sich hier lohnt! – Es isst aber nicht nur die Duden-Redaktion, die solche Sprachveränderungen, auch die Ausscheidungen, wenn ein Wort seine Gegenwartsbedeutung verloren hat.“

"Wie geht das?“

"Oha – nenn mal ein älteres Wort."

"Ja. Dann kucken wir nach."

„Ach, gestern suchte meine Tochter für „Effi Briest, also den Fontane, das Wort „genant“. Ich kannte es nur aus dem Französischen.

„Wir haben auch einen Sohn, der die „Effi Briest“ verstehen muss.

Aber, hier die Auflage von 2009. Mit falschem Fingerspiel haben sie den Begriff „genant“ erwischt; ja, da steht:

Und die Rektorin trägt den Wahrig herein. „Hier nix: „Klebe“, meine Damen!“

Na, schauen wir mal nach der Auflage und der Jahreszahl des Erscheinens. Ja, diese WAHRIG-Ausgabe stammt aus dem Jahre 2005.

„So flott geht unsere Sprachwandel."

"Na- wir müssen nur unseren Kindern zuhören…“

Und man kann Grammatikfehler unterscheiden von den Beispielen für sanfte Veränderung der Sprache, wenn sich die Materialien, mit denen sie kleben, sich so leicht verändern.

Von der alten, immer schmierigen UHU-Tube oder dem Pelikanol und der Klebeflasche.

„Na - was war denn das?“.

Die Frage wird erst einmal beantwort.

Zwei Lehrerinnen kennen noch die Pöttchen, in denen der sanfte Kleeschleim angerührt und mit einem Pinsel verstrichen werden musste. – „Das gab immer Schmiererin an den Pullovern und so. Besonders vor Weihnachten!. – Und wie ist die Planung für den Nikolaus-Zug? Wer hat schon angefangen mit dem Kleben der Laternen?

Aber nicht vergessen? Wer erzählt uns demnächst von den Veränderungen in den Neuauflagen der Rechtschreib-Wörterbüchern?

Schnell angeclickt bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pelikanol

Alle zeigen auf die KLEBE-Meisterin! "Kenn ich doch auch!"

„D’accord!“

„Wie redet die denn?“

"Hey! - Das ist für die nächste Konferenz!"

Stühlescharren...

*

P. S.: … (besonders Fußball) wuchtig schießen, werfen.“ Dieses Verb „kleben, das im Duden-Register so aufgeführt ist, kenne ich nicht; obwohl ich als leidlicher TV-Held bei Fußballübertragungen vor dem Bildschschirm klebe. Aber einen wuchtigen Schuss oder einen ebensolchen Wurf habe ich noch nie verprachlicht, obwohl . . . - na ja, man lernt noch auch jenseits der 60!

Z. B. im Garten, wenn die Enkelin Lea einen Ball, na, eben nicht "geklebt" kriegen will, aber zugeballert. "Baoah ey!"



Sonntag, 30. Oktober 2011

Sprachliche Verständigungsformen

Wörtereien 1


- Tagesfragen zu Sprachlichem -


Hier wird das Wort „Gesprächsaustausch“ reklamiert:

http://deutsche-sprak.blogspot.com/2011/10/tauschgeschafte.html

Darf ich Ihnen einen Mei­nungs­aus­tausch anbieten über Ihre schwerwiegende Ab-Frage zu diesem Alltagswort?

„Am Anfang des Studiums kann sich jeder einen Professor als Mentor aussuchen, der als Berater ansprechbar ist. Der Gesprächsaustausch findet dann auch mal beim Grillen an der Ostsee statt. Da meist alle Semester beim Mentoren-Treffen vertreten sind, entstehen Kontakte zwischen jüngeren und älteren Kommilitonen, was vor allem den Anfängern nützt.“(In: DIE ZEIT, 12.07.2006, Nr. 29)


Oder:

In DIE ZEIT, 22.11.1996, Nr. 48 nachgegoogelt:

"Oder wie die "angesehenen Bürger" ihre morgendliche Badezimmerbenutzung herunterhantieren und ihre Freizeit organisieren. Wesentliche Attribute, die äußerlich zur Arbeit gehören, hat er nach innen verlegt: den Tages- und Wochenplan, die Stechuhr und den "Kollegen" aus dem Titel der Erzählung, mit dem Greif in ständigem Gesprächsaustausch steht. Es sind Selbstgespräche aus der Erinnerung, denn "der Kollege" kam bei einem Badeunfall ums Leben der genausogut ein Selbstmord hätte sein können."


Hier findet normales, informatives Deutsch statt.


Duden/Duden.online aber bieten das Wort "Gesprächsaustausch" nicht.

Hat es sich in diesen zwei seltenen Beispielen nur regional - irgendwie als Hamburgische Besonderheit - gezeitet, pardon: schriftsprachlich gezeigt.

Ist das veraltetes Deutsch?

DWDS-Korpus derSynonymgruppen biete an für Meinungsaustausch:

Diskurs, Diskussion, Erkenntnisaustausch, Gedankenaustausch, Meinungsaustausch -

zum Oberbegriff: Informationsaustausch, Verständigung

*

Das könnte ein Gespräch sein, dass betontermaßen in einem Austausch stattfindet…- und nicht in einer Strafpredigt oder einem Professorenstatement oder einem Verbalaustausch (der Ausschreitungen befürchten läßt, ohne dass einRingrichter anwesend zu sein scheint)? Ist das - semantisch-logisch gefragt - ein weißer Schimmel?


Wer weiß Antwort?


Sind „Erkenntnisaustausch“, „Gedankenaustausch“, „Meinungsaustausch“ bessere, präzisere, sprachlich eindeutigere Formen der Verständigung als "Gesprächsaustausch"?


Freitag, 28. Oktober 2011

Von der S p r a c h - G e w a l t

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1d/Jean_Paul_by_Friedrich_Meier_1810.jpg/220px-Jean_Paul_by_Friedrich_Meier_1810.jpg

- Ihm zu Ehren: Jean Paul 1810 -

Es gibt sie - die :


Sprachgewalt!


Sprach-Gewalt-Schatz?

http://www.diakonie-portal.de/presse/sprachegewalt-in-bildung-und-erziehung-fachtagung-7.-oktober-2010/image_mini



Also zum Vor-Thema:

Von der Sprache als einer Volksgewalt

Oder

Ein Sprachregal (e) … - geschenkt von Jean Paul!


Wie denn? Alles Sprachgewirr geht vom Volke aus?

Jein!

Alle Sprachgewalt geht vom Volke aus.

Das ist ein Sprachvolk ein Volk ohne Land? Aber ein Land mit Wörterbüchern?


Ja, die Sprachgewalt ist eine Idee, von der jeder überzeugt ist, der über Sprache nachdenkt oder so ... rumdenkt oder gar ... drumrumschreibt.

Ich lese regelmäßig das interessanteste Sprachlog (oder –blog), das es im deutschen Netz gibt:

Dort vermeldet der schreibende und antwortende Professor als Motto: „Alle Sprachgewalt geht vom Volke aus“, ohne eine Quelle anzuzeigen:

www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog


Und auch die Texte mit den untersuchten Wörtern zu Sprachgewalt künden von dieser Sprachgewalt, ohne eine Quell, ohne einen Quell-Grund anzugeben:

Jedesmal ein Versprecher:

"Alle Sprachgewalt geht vom Volke aus."

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog

Dann weiter:

Gegoogelt, nienieniemalsnicht selber anerkannt (nach vielen vergeblichen Bemühungen um den Altpoeten) :

„Peter Handke ist einer der wenigen deutschsprachigen Schriftsteller nach dem Zweiten Weltkrieg von internationalem, bleibendem Rang, ein Dichter mit einem großen Oêuvre, ein Schriftsteller von großer Wahrhaftigkeit, Akribie und Sprachgewalt.“ (Quelle: sueddeutsche.de vom 01.06.2006)

Nein, aus dem spinnigen Quellchen eines Postpoeten - da möchte ich keine Sprachgewalt des Volkes ableiten.

Nun denn – voran – die Quellen sprudeln, sie können das Wasser nicht halten - sie wässern einen Wörter- oder Daten-Grund.

*

Der große Sprach- und Kulturpfleger (nicht im Sinne eines Blockwarts!) Egon Friedell bietet über Goethe folgende Nachdenklichkeit an:

„Was die »Xenien« anlangt, so ist vielleicht in jenem Zimmer in Jena, worin die meisten von ihnen durch Kollaboration entstanden sein dürften, das größte Quantum an Weisheit, Wissen, Geschmack, Zeitgeist, Sprachgewalt, Seelenkunde versammelt gewesen, das das damalige Deutschland aufzubringen vermochte; das Resultat ist bekannt. Es wurde von den Zeitgenossen nahezu einstimmig abgelehnt; die führenden Blätter: die »Erlanger gelehrten Zeitungen«, die »Neue allgemeine deutsche Bibliothek«, die »Oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung«, Reichardts »Deutschland«, Wielands »Teutscher Merkur« und fast alle übrigen erklärten es in mehr oder minder schroffer Form für gänzlich mißlungen. Das allgemeine Urteil brachte am klarsten der »Kosmopolit«, herausgegeben von Voß, zum Ausdruck, indem er an eine Verlegeranzeige, die die Xenien »eine in ihrer Art ganz neue Erscheinung« genannt hatte, die Frage knüpfte: »Wer kann einen Augenblick anstehen, gegen vierhundert kleine Gedichte ... welche, dem Publikum als eine Auslese feinen und attischen Witzes, als Geschenke von Werth zu einer würdigen und wohltuenden Ergötzung vorgesetzt, gleichwohl großen Teils entweder plump oder hämisch oder flach und sinnlos, fast sämtlich aber ohne eigentlichen poetischen Wert sind - für eine in ihrer Art neue und merkwürdige Erscheinung zu erklären?« und dreiviertel Jahre später, das Ganze noch einmal zusammenfassend, hervorhob, es bleibe immerhin die Befriedigung, »daß von allen Stimmen, welche sich über die Xenien haben hören lassen, auch nicht eine für sie gesprochen hat«.

Aus: E. F.: Kulturgeschichte der Neuzeit. (Zuerst 1927 – 1931). München 1989. S. 888.

Solange es mir nicht vergönnt ist, die Quelle oder das Sumpfgebiet, aus dem sich die gewaltige oder gewaltig tätige Sprachgewalt eines Volkes ableiten lässt, soll Werner Finck das letzte Wort behalten; er spricht von des „Zwerchfells Grundgewalt“.

Ich nehme es enpassant:

Werner Finck:

Kampflied

Es weht ein frischer Wind, zwei, drei,
Wir wollen wieder lachen.
Gebt dem Humor die Straße frei,
Jetzt muss auch er erwachen.

Der Löwe ist das Tier der Zeit,
Der Mars regiert die Stunde;
Doch die geliebte Heiterkeit
Geht langsam vor die Hunde.

Das aber soll dem Teufel nicht
Und keiner Macht gelingen,
Uns um das inn're Gleichgewicht
Und um den Spaß zu bringen.

Drum laßt des Zwerchfells Grundgewalt
Am Trommelfell erklingen.
Wem das nicht paßt, der soll uns halt
Am Götz von Berlichingen.

*

Zitiert ohne Quellenangabe by:

http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20110402071830AAZIFrw

*

Da gibt und gilt es zu lesen, aber ich finde beim ersten Male nicht durch:

Jean Paul Vorschule der Ästhetik:

Aber sie geht noch klassisch aus … die Suche:

Jean Paul Friedrich Richters "Vorschule der Ästhetik" bietet einen

§ 22: Sprachautorität:

„Weder der Sprachforscher, noch der Genius, noch das Volk allein besitzen das Sprachregale und können aus eigner Machtvollkommenheit ein neues Wort oder gar eine Wortfügung einsetzen zur Regierung. Der erste nicht, weil dieser Sprachgesetzgeber beinahe nur andern Gesetzgebern befiehlt, die wieder ihm befehlen, und weil überhaupt ihre grammatischen Pandekten der Menge so verborgen und unzugänglich sind als die florentinischen; – der zweite, der Genius, nicht, weil es nur eine päpstliche und keine geniale Unfehlbarkeit und Wahrheit-Statthalterei gibt; – und das dritte nicht, das Volk, das ebensooft den beiden vorigen gehorcht als befiehlt und mehr pflanzt als säet.“

Hoch lebe die Sprachgewalt!

Und fortgesetzt:

„Aber worauf ruht denn endlich die Sprachherrschaft der neuen Wörter und Wortfolgen? Auf allen dreien auf einmal, wie jede Regier- und Staatgewalt, d.h. auf dem Dreifuße von Gesetz, Macht und leidendem oder tätigem Gehorsam. Auf diesem legitimen Dreifuße – woran freilich oft ein Bein länger ist als das andere – stehen die Reiche erträglich, wenn nur nicht der Fuß gerade einen gekrönten Zerberus-Dreikopf trägt; ein Teil Macht oder Eroberung, ein Teil Gesetz oder Herkommen, ein Teil Einwilligen oder Mitstimmen der Menge. So kommt denn wie ein Napoleon ein Wort auf den Thron durch die Macht eines erobernden Dichters und die Einstimmung der von ihm regierten Menge und durch den Beitritt der Sprachanalogie. Man muß aber nicht zu genau und in zu ähnliche Teile absondern wollen, weder bei regierenden Wörtern, noch regierenden Häuptern. (….)“

(J. P.: Kleine Nachschule zur ästhetischen Vorschule. XV. Programm: Fragment über die deutsche Sprache. § 22: Sprachautorität. In: J. P.: Werke. Hrsg. v. Norbert Miller. Fünfter Band. München 1963. 1967. S. 487f.)

Hier ist die Sprachgewalt klassisch definiert, auch wenn als Wort nicht geprägt.

Und sie wird genannt ein Sprachregal oder ein Sprachregale – ein Hochwert, ein hochwichtiges Wort, das Jean Paul sich und allen Sprachlern vorhält:

Ge-horchen wir mal?

XV. Programm - Fragment über die deutsche Sprache

§ 22: Sprachautorität

Ein Regal oder ein Regale oder (eindeutiger, weil nicht missverständlich): Reagalien, knapp formuliert als (ursprnglich) königlicheVorrechte.

In den (aussersprachlichen) Fachwissenschaften:

Als Regalien (von lat. iura regalia ‚königliche Rechte‘) bezeichnete man die Hoheits- und Sonderrechte eines Königs oder eines anderen Souveräns.


Wer sauber googelt, mit den Begriffen Sprache Volk, Gewalt... findet auch:

http://www.zeno.org/Literatur/M/Jean+Paul/Schriften/Vorschule+der+%C3%84sthetik/Kleine+Nachschule+zur+%C3%A4sthetischen+Vorschule/15.+Programm.+Fragment+%C3%BCber+die+deutsche+Sprache/%C2%A7+22.+Sprachautorit%C3%A4t

Es gab viele Regale oder Regalien, die je nach Etat- oder sonstigen Umständen oder Ursachen geschaffen und durchgeführt wurden, um sich, den Königen, oder anderen durch Vergabe von Nutzungen, Vorteile zu verschaffen.

Bei Wiki finden sich Beispiele; ich will sie hier zitieren, weil sie ganz umfassende, häufig nicht bekannte Rechtsgüter sind::

Zollregal - Münzregal - Bergregal - Marktregal - Salzregal - Fodrum

(Leistungen zum Unterhalt des kaiserlichen Hofes) - Schatzregal (Recht auf

gefundene Schätze) - Befestigungsrecht - Geleitrecht - Judenregal

(Judenschutzrecht) Wasserregal - Jagd- und Fischereiregal (Forstregal) -

Recht auf erbloses Gut (darunter das Spolienrecht) und auch so niedlich-

schmucke Bernsteinregal.

Click & nutze:

http://de.wikipedia.org/wiki/Regalien


Also, allgemein und zum Nutzen aller versprachlicht:

Ein Regal ist „dem König, später dem Staat zustehendes, meist wirtschaftlich nutzbares Hoheitsrecht“ (formuliert im Duden und bei Duden.online).

Und ein Sprachregal(e) : im Deutschen, in der Literatur, in den Wissenschaften? Im Selbstverständnis von Fachlern oder Fachtuern?

Nein, nur bei Jean Paul

Es kann weder in den Werken der Genii noch in den Opera, Tafeln, Tabellen und Statistiken der Sprachforscher… ein Sprachregal(e) geben.

Man nimmt es sich eilig und eigens und einfach. Man fragt nicht das Volk, nicht die Genii, noch alle Sprachler – was denn das Wort und die Worte und die Wörter seien, über die das Deutsche verfügt.

  • Man nimmt sich eine Frage, (und sei sie noch so explizit), formuliert eine syntaktisch akzeptabeln Fragestellung.
  • Ergreift sich eine Sammlung von Formen, Wörtern und Texten.
  • Und erfreut sich das Fazit.

  • Man biegt sich eine Frage, eine Methode, ein Korpus zu Recht?
  • Und schon ist man ein Sprachgewaltiger…?

  • Oh, ja, in vielen Fällen ein Sprachgewalttätiger.


Jean Paul – ein genius linguae ersten Ranges - schenkte uns das Sprachregal; und kein Schriftsteller, kein Wort- oder Sprachforscher hat je diese allseitige Kompetenz aufgegriffen.

Jeder müsste sich wahrlich und wahrhaft bescheiden.

Ebenso im Wörter-Netz leicht zu finden, wenn man (respektive: ich beim dritten Versuch) Die Vokabel „Sprachgewalt“ nach den Wortteilen genauer eingegeben hätte: Sprach-Gewalt“:

Aus: Jean Paul Friedrich Richter: Geist- und kraftvollste stellen aus dessen sämmtlichen werken ... Hrsg. V. Franz Xaver Wißhofer. Band 9. S. 179f.

http://books.google.de/books?id=yGfiAAAAMAAJ&pg=PA179&lpg=PA179&dq=Sprachgewalt+Volk&source=bl&ots=5yTPeSE8Zo&sig=IDADjNc-XPP42t-M5Ar3bidoUA0&hl=de&ei=EnSpTrbIL8iZOqe5nf4P&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=7&ved=0CEgQ6AEwBjgU#v=onepage&q&f=false


In Gedanken bereist: Jean Paul als Denkmal in Wunsiedel

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/77/Jean-Paul-Denkmal_Wunsiedel.jpg/170px-Jean-Paul-Denkmal_Wunsiedel.jpg


Jean Paul zu Ehren:

http://www.eigenewege.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Jean_paul-163x300.jpg


Nachzutragen:

Nur oberflächliche Kunde erfährt man, wenn man einen „Dr. Bopp“ nach der griffigen eile fragt „Alle Sprache geht vom Volke aus“.

Genannt und zitiert werden:

„Alle Sprachgewalt geht vom Volke aus" ist die Überschrift des ersten Kapitels eines Buches des Rechtswissenschaftlers Uwe Wesel: - Uwe Wesel, Fast alles, was Recht ist: Jura für Nichtjuristen, Eichborn, Frankfurt am Main, 1992

Und:

„Der Satz ist auch der Untertitel oder das Motto des Sprachlogs des Linguisten Anatol Stefanowitsch:- http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog

Und weiter:

Der Satz sei durch Artikel 20 Absatz 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland inspiriert: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."

(Mit meinem Dank für die Antwort, die Dr. Bopp nach meiner Anfrage mir schickte mit seiner e-mail vom 27.10.2011)


So vollzieht sich Sprache als Gewalt des Volkes aber nicht. Sie wird nur behauptet, nicht erschlossen, nicht einmal sichtbar.


Sie, die Sprach-Gewalt, kann sich nur zeigen, erforscht oder ausgewiesen ... werden im Vertrag der Dreiergemeinschaft:

* das V o l k - zu Laut, zu Wort, zu Wortschatz oder Date geworden in Wörterbüchern oder Dateien,

* die S p r a c h g e n i e n - die jedes Volk gebiet inihren namhaft gewrodenen Werken

* die S p r a c h f o r s c h er - die Sammler und Analytiker

Sie repräsentieren die Sprachgewalt eines Volkes als einer


S p r a c h g e m e i n s c h a f t:


Wer sich alleine - als statistischer Worte-Sammler -, der Sprachgewalt bedienen und verdingen will, dem fehlen die zwei grundlegenden Komponenten:

* der Sammlung der genialen oder trivilen, fiktionalen und fachspezifischen Textzeugnissen der Literatursprache

* des Vergleichs mit den (bisher zumeist schriftlich agierenden) Sprachforscher.



Anton Stephan Reyntjes, Recklinghausen

Mittwoch, 26. Oktober 2011

T r e u e - Eide: Führer-, Fahnen-, Bischofs- und Klerus-Eide


K r i s t e n l e e r e I


Wortwörtlich: Der Eid auf den Führer lautete:

"Ich schwöre bei Gott den heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen."

Welche Verbrechen unter diesem Eid begangen wurden, ist bekannt, wenn man es wissen will.

http://www.friedenszeichen-hagen.de/Bilder/picture-0001.jpg


- Der "Führereid" 1934 -

http://www.verbrechen-der-wehrmacht.de/docs/home.htm

- Erklärungen und Bilder der Ausstellung „Verbrechen der deutschen Wehrmacht“ -

Reichswehreid

Oder

Führereid:

Oder

Fahneneid

Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich meinem Volk und Vaterland allzeit treu und redlich dienen und als tapferer und gehorsamer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.

"Ich schwöre dir, Adolf Hitler, als germanische Führer, Treue und Tapferkeit. Ich gelobe dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod. So wahr mir Gott Helfe."

Gustav Heinemann in „Eid und Entscheidung“:

Eine Gedenkrede des Bundespräsidenten Gustav Heinemann am 19. Juli 1969 in der Gedenkstätte Plötzensee, Berlin

Gustav Heinemann endet, indem er an die „Stuttgarter Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands“ vom Oktober 1945 erinnert, in der es u.a. heißt:

„Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir

jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: wohl haben wir lange Jahre hindurch im

Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen

Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an,

dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und

nicht brennender geliebt haben.“

Nein. sie haben keine historischen und religionsgeschichtlichen Zusammenhänge aufgeklärt.

Sie hätten über den Wahnsinn des „Führereids“ aufklären müssen – und seine demokratie-schändliche und gottesschändende und menschenunwürdige Funktion offen legen müssen.

http://www.20-juli-44.de/pdf/1969_heinemann.pdf

In katholischen Religionsbüchern, Wörterinventaren und Wehrmachtskaplans-Berichten gibt es das Stichwort „Führereid“ überhaupt nicht.

Einen kirchentreuen Katholiken interessieren die theologischen und schlimmsten Sünden und politischen Schweinereien der letzten Generationen und Epochen, der Bischöfe und ihrer Mittäter durch Unterlassung, nicht.

*

Selbst Schwur- oder Eid-Hardliner (auch für Gegenwart und Zukunft) müssen zugeben, dass es Christus selbst war in der Bergpredigt verboten hat zu schwören: "Ihr sollt überhaupt nicht schwören, nicht beim Himmel, weil er der Thron Gottes ist, nicht bei der Erde, weil sie der Schemel seiner Füße ist, noch bei Jerusalem, weil es die Stadt des großen Königs ist. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, weil du nicht ein Haar weiß oder schwarz machen kannst. Eure Rede soll sein: Ja, ja - nein, nein. Was aber darüber hinausgeht, ist vom Bösen" (Mt 5,34-37).

Ja, bei wahrlich-christlicher Anwendung muss auch der Amtseid verboten sein, egal mit welcher Formel; man könnte also nur noch formulieren "Ich habe vor, ..." oder "Ich möchte ...".

Die perfekte, gewissensfreie Unterordnung der Eidleistenden bei Herrschaftsentscheidungen, bei Urteilen sowie bei Kampf, Krieg ist christlich-pervers. Und es wird auch gerne solchen Verweigern angelastet, sie seien gottlos oder Sektierer wie "Zeugen Jehovas".

mit dem Christentum haben solche Phantastereien aber nichts zu tun. Die Möchtegern-Hardliner müssten sich ja alle auf der Stelle umbringen, denn man soll ja die Glieder herausreißen und abhacken, die einem zum Bösen verführen (cf. Mk 43-47), und da fängt man am besten mit dem Kopf an, in denen sich ja die Gedankensünden abspielen und von wo aus alle Sünden gesteuert werden. Zum einen gibt es also verschiedene Beweise dafür, dass Jesus sich zur Verdeutlichung des Gemeinten einer drastischen Sprache bedient, zum anderen ist ganz konkret hinsichtlich des Eides festzustellen, dass selbst die Apostel sich des Eides bedient haben

Für Eid-Pantokraten und -Phantastiker wird heranzitiert, was seit dem Paradies schon dreist und dumm und gewissenlos war, weil es Herrschaft legitimieren, aber keinen Menschendienst ermöglichen sollte, in Moral, Sexualfragen und Ablehnungen der Gleichheitsbestimmungen zwischen Mann und Frau, Herr und Knecht:

"Was ich euch da schreibe - ich bezeuge es vor Gott - es ist keine Lüge" (Gal 1,20).

Und in der Geheimen Offenbarung, der absolut-endzeitlichen H heißt es: "Da erhob der Engel, den ich auf dem Meer und auf dem Lande stehen sah, seine rechte Hand zum Himmel und schwur bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was in ihm ist, die Erde und was auf ihr lebt, das Meer und was in ihm ist" (Offb 10,5f).

Der Römische Katechismus zu den zitierten Worten Jesu über den Eid, "der Herr wollte nur die verkehrte Meinung der Juden zurückweisen, wonach sie sich eingebildet hatten, man habe beim Schwur sich vor nichts zu hüten ausser der Lüge" (III, 3, 18).

Da muss die richtige Verwendung des Eides päjudiziert werden, die nicht aus Leichtfertigkeit entspringen dürfe, sondern die Verbindlichkeit dessen herausstellt, was gesagt wird, und dies in einer sehr schwerwiegenden Sache, ist nicht nur erlaubt, sondern lobenswert: "Denn der Eid hat seinen Ursprung im Glauben, kraft dessen die Menschen für wahr halten, Gott sei der Urheber aller Wahrheit, der weder je getäuscht werden noch andere täuschen kann [...]. Von diesem Glauben also erfüllt, nehmen die Menschen Gott zum Zeugen der Wahrheit, welchem nicht Glauben schenken zu wollen, gottlos und schändlich wäre" (III, 3, 16).

Die behauptete „Verbindlichkeit“ besteht aus Gehorsamsanforderungen, Doktrinaten, Urteilen, aus Unterwerfungsakten, aus der Jahrtausende lang behaupteten Sukzession, die gottlos ist, sondern nur Bereitschaft zu Niederwerfungen, für die die eigene Verantwortlichkeit der Diener und Dienstfertigen und Unbedarften ausgeschlossen werden soll, die immer und immer wieder Nötigungen, Tötungen, Kriegshandlungen und Prostationen durchführten oder durchführen ließen.

Christus enthüllte die Torheit der menschenverachtenden Traditionen der Pharisäer, dass einige Schwüre für sie nicht bindend waren (Mt 23,16-22).

Die dumme Redensart bei „Himmel und Erde schwören“ ist schon ich mehr alltäglich; die große, staats- oder kirchentragende Emphase, die hier zu Entpflichtung eines Individuums von seiner Gewissensentscheidung führt widerspricht genauestens dem Schwur-Verbot nach Mt 5,33f.

*

Eine christlich unanständige Eid-Phantasmagorie findet sich hier, natürlich um eine politische Desinformation zu verbreiten:

http://www.kirchenlehre.com/spd.htm

*

Das englische Wikipedia hat einen Artikel über „Reichwehreid“:

http://en.wikipedia.org/wiki/Reichswehreid

Die deutsche Entsprechung als Übersetzung ist den Wikipedis entfallen.

Auch nur im Englischen zu lesen:

http://en.wikipedia.org/wiki/German_military_history

In der deutschen Ausgabe des CJC, dem „Katechismus der Katholischen Kirche“ ist das Eid-Verbot durch Christus einfach weggelassen. Dann kann und darf und mag uns soll man sich auch obrigkeits- und gehorsamspflichtig nicht damit beschäftigen.

Das von Benedictus PP XVI unterschriebene Pamphlet äußert sich frei von Christi Gebot:

„Frage 448: Warum ist der Meineid verboten?“

Antwort:

„Weil man damit Gott, der die Wahrheit selbst ist, zum Zeugen für eine Lüge nimmt.“

Angefügt ist ein glorioses Zitat – nein nicht von Christus, vom „Hl. Ignatius von Loyola“: „Schwöre nicht, weder beim Schöpfer noch beim Geschöpf, es sei denn mit Wahrheit, aus Notwendigkeit und mit Ehrfurcht“.

So rechtfertigt man und Kirchenmann die eigenen Eide, den Priestereid und die nachfolgenden Sukzessionsmechanismen und Dogmatismen.

So regelt sich das Herrschaftsgebahren in nach-christlichen Kirchlichkeit.

So die nachträgliche Rechtfertigungen für Abhängigkeit, für Gehorsam, für Kaschierungen.

Vgl. das gottlose Gebahren in der Internetfassung für die „Fragen“ 448 und 449“:

http://home.vrweb.de/~ghaugsburg/petrusbruderschaft%202/katholischer%20katechismus.htm

Das ist Kristenleere in ihrer !

Übrigens:

Juden dürfen keinen Eid/Schwur leisten. – Ohne dass sie sich ja auf das NT berufen könnten.

Hier der Treueeid der deutschen Bischöfe in der Nazizeit; festgelegt im sog. „Reichskonkordat“:

Artikel 16:

„Bevor die Bischöfe von ihrer Diözese Besitz ergreifen, leisten sie in die Hand des Reichsstatthalters in dem zuständigen Lande bzw. des Reichspräsidenten einen Treueid nach folgender Formel:



»Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und dem Lande... Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und vorn meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge (um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.«

http://www.verfassungen.de/de/de33-45/reichskonkordat33.htm

Die Bischöfe waren als heilige Soldaten einkaserniert in die Schutz- und Schleifer-, di National- und Unrechtsfunktion des neuen „Deutschen Reiches“.

„Wehrmacht und Nationalsozialismus sind desselben geistigen Stammes. Sie werden weiter Großes für die Nation leisten, wenn sie dem Vorbild und der Lehre des Führers folgen, der in seiner Person den echten Soldaten und Nationalsozialisten verkörpert. (Dokument Nr. 107; zitiert nach Manfred Messerschmidt und Ursula von Gersdorff: Offiziere im Bild von Dokumenten aus drei Jahrhunderten, Stuttgart, 1964, Seite 274)

Die Priesterschaft der katholischen Kirche war ein weiterer, treuer Stamm des nationalsozialistischen Auswuchses der deutschen, entarteten, versippten, verrassten Reichsstämmigkeit.

Sie beteten für Hitlers Sieg. Jeden Sonntag in der Hochmesse. Sie waren eingebunden in Verbrechen und den schandbarsten Genozid der Menschheitsgeschichte.

Sie waren nicht irgendwie untätig-unschuldig, sie waren Mitmörder.

Sie waren tätig für Hitler, Hitlerlumpen und -verbrecher; und ihre Blutgötter.

Sie wären alle verreckt, wenn dieses nicht Hunderttausende von alliierten Jungsoldaten sich zum Kampf und Siege gegen diese Völkerblamage.

Nachlesen kann man schon ais dem Bewusstsein des “Weltkriegs“, als man nur erst den ersten zu zählen hatte, was man über Religion, Vaterland und Eidesverpflichtung des Soldaten wissen muss:

„Vaterlandsverteidiger: das ist der schön klingende Titel, mit welchem der Soldat geschmückt wird. Und in der Tat: was kann es für die Glieder des Gemeinwesens für eine edlere Pflicht geben, als die, die bedrohte Gemeinschaft zu verteidigen? Warum aber bindet dann den Soldaten sein Fahneneid zu hundert anderen Kriegspflichten als die der Schutzwehr? Warum muß er angreifen gehen, warum muß er – wo dem Vaterlande nicht der mindeste Einfall droht – wegen der bloßen Besitz- und Ehrgeizstreitigkeiten einzelner fremder Fürsten, dieselben Güter – Leben und Herd – einsetzen, als ob es sich, wie es doch zur Rechtfertigung des Krieges heißt, um die Verteidigung des gefährdeten Lebens und Herdes handelte? Warum mußte hier zum Beispiel das österreichische Heer ausziehen, um den Augustenburger auf das fremde Thrönchen zu setzen? Warum – warum? – das ist ein Fragwort, welches an Papst und Kaiser zu richten, an sich schon hochverräterisch und lächerlich ist, welches dort als Irreligiosität und hier als Illoyalität gilt und welches nie beantwortet zu werden braucht...“

Aber in Schule oder Kasernen, in Priesterseminaren oder in nationalen Feuilletons als man solches nicht:


Bertha von Suttner: Die Waffen nieder! – Kapitel 3. (Zuerst 1889), nachzulesen:

http://gutenberg.spiegel.de/buch/2594/3

Zum Buch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Waffen_nieder!


P. S.: Zum Gedenken an Karl Barth und Helmut Gollwitzer:

Berufung auf die Gewissensfreiheit bedeutet das Ende der Gewissensfreiehit:

Nach dem Tode Hindenburgs (dem 2. August 1934) verlangt Hitler den "Treueeid" auf den "Führer" auch von allen Beamten, den der Theologe Karl Barth ablehnen will; er sieht sich gezwungen, ihn enstsprechend seinem Gewissen zu modifizieren, dass er den Zusatz anbietet:

"Soweit ich es als evangelischer Christ verantworten kann."

Karl Barth wird am 26. November aus dem Staatsdienst an der Universität Bonn suspendiert, er kommt als Lehrer für die deutsche Jugend nicht mehr in Frage. Zusätzlich folgt bald schon ein Redeverbot.

Mit Karl Barth muß auch sein Assistent Helmut Gollwitzer gehen.


Dienstag, 25. Oktober 2011

Der Sündenpräsident

Unser Sündenpräsident ?

(Deutsch-bürgerliches oder kirchliches Recht?)

Herr Wulff als Staatspräsident

(Gemeinfreis Bild by Wiki)

Da standen Präsident und Präsidentengattin auf dem Teppich und warteten ehrerbietig und begrüßten SEINEHEILIGKEIT ("Heiligster", HeiligsterVater", "SEINEEXZELLENZ" etc.):

Ein Präsident (im Zuge seines und der Gewissensbildung hunderttausender in Christenlanden):

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/2011/09/96-1-bpr-papst,layoutVariant=Druckansicht.html

" Deswegen ist sie [wow: die Kirche, die dort in roten Prada-Schühchen auf dem Rollteppich personalus pater et officialis steht] auch selbst immer wieder von neuen Fragen herausgefordert: Wie barmherzig geht sie mit Brüchen in den Lebensgeschichten von Menschen um? Wie mit den Brüchen in ihrer eigenen Geschichte, und wie mit dem Fehlverhalten von Amtsträgern? Welchen Platz haben Laien neben Priestern, Frauen neben Männern? Was tut die Kirche, um ihre eigene Spaltung in katholisch, evangelisch und orthodox zu überwinden?"

Das war nachhaltig, auch wenn es keinen Nachhall in der nicht antwortenden, sonst nur vorgehaltenen Rede des Pontifex steht: EUERHEILIGKET!

„Brüche in den Lebensgeschichten“ – in den Biografie? Was soll ein Ober-Theologe mit solchen geschickten Bildern, ja, eigentlich Bild-Brüchen umgehen?

Nein, wer so rumgeistert, hat keinen Respekt vor der Meinung, dem Gewissen anderer; er hat keine Empathie, sich die Persönlichkeit hinzuversetzen; er hat kein Mitleid mit

Er ist nur darauf aus, Recht zu behalten, wo es kein Recht und kein Unrecht gibt.

Die ganze Papst-Corona, die dort herumgemeiert, -geschippert und -geflogen und mundgerecht versorgt wurde in Deutschland: in Hörigkeit vor einem Papst, der zwar nicht mehr die Machtmittel der Borgias und sonstigen Vatikan Ober-Krieger und Bibel-Ratten hat, aber noch immer die Unverschämtheit, andere im Sündenpfuhl der Hölle braten zu sehen, wenn die sich nicht bequemen, zu Kreuze zu kriechen.

Da gibt es natürlich dogmatische Kritik, die rumpoltert mit Kannkheits-Meaphern:

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Vatikan-Berater-ruegt-Bundespraesident-Wulff_aid_1025127.html

Dazu gehört die entsprechende, gefällige Bildmontage (man lebt ja nicht mehr im Zeit der Agfa-Box:

http://static.rp-online.de/layout/fotos/457x325/67772-landung.jpg

(Foto: AFP)

Na, also, nicht vergessen: der Referent, der Praktikant, der Dezernent, der theologische Berater, der Kulturredakteur, der – wow - vielleicht sogar Pfarrer oder der dumme, aber weise Junge, der diese Rede oder diesen Redeteil abgefasst, in die Diskussion gebracht, dafür gesorgt hat, dass der Absatz in die Rede gelangen konnte. – Man wird sich den Namen gemerkt gehaben – für besondere oder weitere Wohltaten der Kurie!

Der Papst … nun, er hielt Stand, er hielt aus, neben dem Sündenpräsidenten; der in einer wilden Ehe lebt; die theologisch (nicht seelsorgerisch) als sündhaft gilt, da Christian Wulff nach ziviler Scheidung eine neue Ehe eingegangen ist, die die Kirche nicht anerkennen („in Treue zum Herrn“) [Katechismus der Katholischen Kirche # 349; einschließlich der Erg. # 350, in der die christliche Kirche auch "Hauskirche" genannt wird] darf.

Und so sieht Wulffs patchworkige Hauskirche aus (lt. Wiki):

„Wulff ist römisch-katholisch und war von 1988 bis zu seiner Scheidung 2007 in erster Ehe mit Christiane Wulff verheiratet, mit der er eine gemeinsame Tochter hat. Seit 2008 ist er in zweiter Ehe mit der Medienreferentin Bettina Wulff (geborene Körner) verheiratet. Bettina Wulff brachte einen 2003 geborenen Sohn aus einer vorigen Beziehung mit in die Ehe. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, der 2008 geboren wurde. (…)“

http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff

Neben diesem vollsündigen Menschen stand der Papst, der Wahrer alles Richtigen, und behauptete sich und die Geschichte des Wahren, Edlen und Guten, ohne dass sich die Sündigen seiner bemächtigten als des Reopräsentanten aller Fehler, Laster und Versäumnisse aller heiligen oder seligen oder unseligen Pontifices Maximi ... - sie übten Toleranz, auf dass ein wenig Glanz abfalle auf ihre irdisch-sündige Existenz.

P. S.:

Hier war eine Stimme zu hören und ein Stummes ist nachzulesen; na, es geht ja doch, im Lande der Sünder, der Hunderttausenden:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1563645/

Samstag, 22. Oktober 2011

Harry Mulisch


 
Über Harry Mulisch,

der eine "fleißige niederländische Biene
" war,
dokumentiert durch das Signet seines Verlags:
 
Meine Tagesnachricht:

Café Americain in Amsterdam krijgt Harry Mulisch Leestafel
 
De vorig jaar overleden schrijver Harry Mulisch (1927-2010) krijgt
vlak voor zijn eerste sterfdag op 30 oktober een leestafel naar
zich vernoemd. Zijn kinderen Anna, Frieda en Menzo onthullen
zaterdag 29 oktober in Café Americain in Amsterdam de
Harry Mulisch Leestafel. Het is de grote tafel waar hij altijd
aan las als hij in het café zat, liet uitgeverij De Bezige Bij
vandaag weten. Tijdens de besloten bijeenkomst zal de familie
ook het eerste exemplaar in ontvangst nemen van De tijd zelf, de onvoltooide
roman van Harry Mulisch. Het boek is samengesteld op basis van aantekeningen,
prints, knipsels en boeken die op de dag van zijn overlijden op zijn werktafel lagen.
Marita Mathijsen en Arnold Heumakers brachten de losse delen bij elkaar
en vulden ze aan met dagboekfragmenten.
Voorafgaand aan de overhandiging in Café Americain worden filmfragmenten van Mulisch vertoond. De Bezige Bij zal een jaar
na zijn overlijden geen grote publieksbijeenkomst ter nagedachtenis aan Mulisch organiseren. (ANP/Redactie)
Übersetzungshilfen? Bitte:
de uitgeverij - der Verlag
onvoltooid - unvollendet
het knipsel - der Ausschnitt
de print - der Ausdruck
op de dag van zijn overlijden - an seinem Todestag 
 
Bron: Het Parool, webeditie, 20 oktober 2011
http://www.parool.nl/ 

Ich verfolge den Weg der Nachricht zurück zu dem Verlag „Die Fleißige Biene“ und zum Dichter.


(Das Verlagssignet)

Das Goethe-Institut berichtet über den Verlag „De Bezige Biij“:

http://www.goethe.de/ins/se/prj/uar/nie/ver/bez/deindex.htm

Zum niederländischen Verlagsportal:

www.debezigebij.nl


Und zum angekündigten...

„Avond over Nobelprijswinnaar Tranströmer in Den Haag“

http://www.debezigebij.nl/web/Artikelpagina/Avond-over-Nobelprijswinnaar-Transtromer-in-Den-Haag.htm

*

Mein schräges Kabachel (im Herzen):

Als Info zum Ruhri:

http://wortfeiler.blogspot.com/2011/03/ruhrdeutsch-kabachel.html

MEin Kabachel für die Literatur:

In diesem marod-furcht- und fruchtbaren gehirnlichen Häuschen lese ich meine Gedanken als Plakatches an der Decke der Gedanken:

Erhielt Frau Hertha Müller den Literaturnobelpreis?

Ja, den für Frauen.

Oder ist dies richtig?

Tomas Tranströmer erhielt 2011 den Literaturnobelpreis.

Den für alte Lyriker

Und welcher niederländische Autor erhielt den Nobelpreis? Oder wird ihn in den nächsen Jahren verdienen müssen?

Und sein für Deutsche wichtigstes Buch, na, ein Attentat … für den jungen Anton, aber auch auf jeden Leser:

Notiz:

1987 Verfilmung von ‘Das Attentat’. ‘The Assault’ wird mit dem Golden Globe und einem Oskar ausgezeichnet.

http://www.dieterwunderlich.de/Mulisch_attentat.htm

Harry Mulish ist schon tot. Aber sein deutscher Verlag lebt noch fix und bündig:

http://www.hanser-literaturverlage.de/autoren/autor.html?id=24366


Und ein Gesamtüberblick über Person und Werk:

http://de.wikipedia.org/wiki/Mulisch


Kleine, nicht zu vergessende Ehrungen:

Im Jahr 2002 wurde ihm vom Deutschen Botschafter in Amsterdam, Edmund Duckwitz, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für Das Attentat und Die Entdeckung des Himmels aufgrund der „wichtigen Vermittlerrolle seiner Werke“ überreicht.

Im Jahr 2006 wurde zu seinen Ehren der 1971 entdeckte Planetoid Nr. 10251 mit dem Namen Mulisch benannt.

[Nachzulesen bei Wiki]

Freitag, 21. Oktober 2011

Sprach - Analytisches

Hier habe ich sechs Sprachblogs oder Sprachlogs zusammengestellt, die sich mit vielen anregenden, teils aufregenden Fragen und Antwortversuchen in regelmäßigen Abständen melden:

Über Sprachveränderungen, Sprachtorheiten,

http://lexikographieblog.wordpress.com

... mit dem Thema „sprachen in Deutschland“:

http://lexikographieblog.wordpress.com/2011/09/28/die-sprachen-um-uns-herum

**

[*/ˈdɪːkæf/] von SusanneFlach

http://blog.extraflach.de

Interessanter beitrag:

http://www.extraflach.de/blog/2011/09/30/und-so-hinten-raus

**

Über [ʃplɔk] & Kristin

http://schplock.wordpress.com/2011/09/27/katalanische-wochentage

*

Das Sprachlog:

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog

*

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog


Dieses Thema fand ich besonders wichtig:

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachkritik/2011-09-21/cereal-offenders

„Fragen Sie Dr. Bopp“:

http://canoo.net/blog

... mit einer Grammatikfrage:

http://canoo.net/blog/2011/09/07/wegen-etwas-anderem

*

Das Texttheater

http://texttheater.net/vornamen-und-vorurteile

taz-Wortistik:

http://blogs.taz.de/wortistik


**

Weitere BLOGs oder FOREN:

Kompetenzteam

http://kompetenzteam.antville.org

Täglich werden dort eigentümliche, besondere Wörter eingetragen, die zur Diskussion anregen.


*Hier ein Jahresvorblick ... für 2011 - von Detlef Gürtler:

„So geht es weiter mit FDP, Merkel und Guttenberg“

http://www.welt.de/satire/article12002337/So-geht-es-weiter-mit-FDP-Merkel-und-Guttenberg.html

*


http://deutsche-sprak.blogspot.com

Z. B. über „Killer“:

http://deutsche-sprak.blogspot.com/2011/10/killer.html

* Und noch:

http://wortfeiler.blogspot.com