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Freitag, 18. April 2014

W ä h r e n d "d e m" (Dativ)

10.Januar 1775:
Lessing an seine Braut Eva König, geb. Hahn:

„So würde ich gerade während dem Fieber die beste Zeit gehabt haben, es zu tun [id est: ihnen eine Nachricht zu schicken].

G. E. Lessing und Eva König: Briefe aus der Brautzeit. 1770 - 1776. Weimar 2000. S. 60f.)

Für Online-Lessingisten hier nachzulesen:

*


„Während“ als Präposition, sagen Grammatiker oder Puristen "cum Genitivo":

Canoo.net gibt Ausnahmen im Umgangssprachlichen an; kann aber keine klassische deutschsprachigen Ausnahmen dieser später regulativen Einschränkungen aufzeigen.

Selig, wer in deutschen Sprachzeugnissen zu lesen versteht – nicht nur in Regelwerken, die immer Einschränkungen der Vielfalt präsentieren.


Nachricht vom Buch

Samstag, 5. April 2014

"Ö k i g" - Uups: Neusprech


Neusprech: „ö k i g“:

Freitag, 28. März 2014
Harald Martenstein: „Der deutsche Way of Life“. Soso originel-original!


„Ökig“: Harald Martenstein hat sich entpartnert von allen schäbigen, miesen und miefigen Männlein & Vorstellungen: Den Mief überlässt er den Deutschen. In den USA ist er Menschlein oder LKWS oder Pflänzchen oder Eichhörnchen oder den todeslustigen Apis melifera oder den Tsunamis begegnet, die allesamt immer freundlich und gutnachbarlich, prima goldig und vollmundig waren; no: immer sind (for ever!): Sie helfen, ob bei abgesprungener Kette (am Fahrrad) oder beim Tach-Sagen, stets: auch bei Kolumnen.

Auf Deutsch lesen wir: "(...) sind ökig wie kaum eine zweite Nation" (Ja, eben die Deutschen). Puh ein Neuwort; Martenstein lernt Neusprech; ja, da muss er alle Ökos, alle Deutschen klar putzen: Ja, du Öko, bist miefig! Dumm! Unfreundlich! Eben germanig!

In der englischen Fassung steht: "The Germans (....) are greener than amost any other nation [...]" (ZEIT-Magazin, unter der markigen Überschrift: „Mysteries of the German Way of Life“; gedruckt: S. 8).
So verkommt ein Satiriker: Alles ist national fundiert, veranlasst, angepasst: dumm, unverschämt - eben irgendwie "ökig" und mies - was immer Harald M sich da gedacht hat. Er ist weit gefahren, ist irgendwie ge- oder verflogen, um die Deutschen in den USA kennen zu lernen.
Dass er als Mensch und/oder Autor keinen individuellen Satz über Otti, über Hennes, über sich selbst oder seine/eine Nachbarin schreiben kann (ja, die deppert etc sind oder bärig oder eckig...) - nein, die Erfahrung hat er verloren? Das waren die Ergebnisse der US-Erfahrungen?
Wo ist da (noch) der Witz?
Er hat in USA keinen Mini-Ami, als Fetus kennen gelernt, der bei der Ma an der Placenta klopft und fragt: "Bringst du mich auch so auf die Welt, dass ich nicht in den ersten zwanzig Jahren von einem Amokschützen erwischt werde? - Oder, pardon: Mother: Du oder Pa, ihr macht mich nicht zum Amokisten? - Versprecht ihr mir das?"
- Nein, so nah-intim waren Martensteins Erlebnisse dort drüben im German-Immigrate-Paradise of intelligence and happines nicht?
Er sollte die nächsten 99 Jahre in Key West verbringen. Und wir finanzieren ihm mit einem Urgent-Honor-Honorar das Leben dort und das Lesen des Nationalcharakters... Und alle Probleme eines lesbaren Autors wären erledigt, weil seine lokale Allzufriedenheit sich auswächst zum Cat Wizzle. Dumm, aber schlau!

Ökig?

Nachschlageversuche gehen fehl: „Keine Synonyme gefunden.“
Oder: bei Duden.de:
Da gibt es die Ansage: "Oder meinten Sie: „ckig?“ – wozu Duden.de auch keinen Rat zu schlagen weiß, kein Pfund; oder: Dung? - Außer „knackig“, irgendwie krummig getrennt:

Merkig?

Ökig.
Kolumnig!
Zeitig.
Haraldig.
Martensteinig.
Everig, äh: ewig. Den Andersmeinenden nicht verstehen, sondern diffamieren.