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Mittwoch, 16. November 2016

Ob Schiaparelli oder I k a r u s



                                                 Fontanes Arbeitszimmer in der Potsdamer Straße 
                                                    Aquarell von Marie von Bunsen, 1898 © Stadtmuseum Berlin



"Schiaparelli“ - Ach – das Gedicht ist von Fontane so betitelt „Ikarus“ - da darf Mann nicht verwechseln:
Wo wir im Westen Millionen – ja, wohl fünf Millionen – aus ihrem Lebenszyklus gerissen haben, dass sie auf Wanderung(en) gehen, ver-irren sich Tausende zu einem Wahn, sie könnten, sollen, müssten den Mars erobern. VerNarrte!


Theodor Fontane: [Schiaparelli]

Ikarus

Immer wieder dieselbe Geschichte:
Siege, Triumphe, Gottesgerichte.

Wem jeder Sprung, auch der kühnste, geglückt,
Der fühlt sich dem Gesetz entrückt,
Er ist heraus aus dem Alltagstrott,
Fliegen will er, er ist ein Gott;
Er fällt dem Sonnengespann in die Zügel, -
Da schmelzen dem Ikarus die Flügel,
Er flog zu hoch, er stürzt, er fällt,
Ein neu Spektakelstück hat die Welt,
Eben noch zum Himmel getragen ...
Apollo, zürnend, hat ihn erschlagen.

(E. 1890/91 - Aus: Th. F.: Gedichte. Große Brandenburger Ausgabe. Bd. 1. Gedichte. S. 51. Anm. S. 468f.)

. . . "Fliegen will er, er ist ein Gott" - 
 
Wo Fontane arbeitete – und große Parabeln über Brückenbauten, Dampfmaschinen oder Passagier-Schiffe schrieb – er konnte den authentischen BlödSinn seiner Zeit und ferneer Tage beschreiben, wie man sich  . . . zu Planeten aufmachen kann – um sich für vornehm und wichtig, technikgeil und für fortschrittlich zu halten. Wo UnSinn und ReLigio sich aufbieten – um ihrem Wahn genüge zu tun, da gelten Moratorien, die Fontane poetisch fasste...

Oh - Sonnengott - ach, du erbärmlicher Sonnenwagen - der RückSturz auf die S o n n e  ... wäre die genialste astrophysikalische EntGrenzung, die sich homines sapientes technici leisten könnten. 



(Von Hannes Binder ins Bild gesetzt: Friedrich Dürrenmatt: Der schachspieler.. Ein Fragment. Officina Ludi 2007)

P. S.: Beim Schiaparelli - besser 'Schiaparelli Lander' - war es bestimmt nicht das Wachs, das sich löste und den Absturz verursachte - Dürrenmatt hätte sicherlich eine Erklärung finden können, um den WahnWitz zu karikieren... 

- MutMaßlich menschlicher IrrSinn. 

Ob Schiaparelli oder I k a r u s



                                                 Fontanes Arbeitszimmer in der Potsdamer Straße 
                                                    Aquarell von Marie von Bunsen, 1898 © Stadtmuseum Berlin



"Schiaparelli“ - Ach – das Gedicht ist von Fontane so betitelt „Ikarus“ - da darf Mann nicht verwechseln:
Wo wir im Westen Millionen – ja, wohl fünf Millionen – aus ihrem Lebenszyklus gerissen haben, dass sie auf Wanderung(en) gehen, ver-irren sich Tausende zu einem Wahn, sie könnten, sollen, müssten den Mars erobern. VerNarrte!


Theodor Fontane: [Schiaparelli]

Ikarus

Immer wieder dieselbe Geschichte:
Siege, Triumphe, Gottesgerichte.

Wem jeder Sprung, auch der kühnste, geglückt,
Der fühlt sich dem Gesetz entrückt,
Er ist heraus aus dem Alltagstrott,
Fliegen will er, er ist ein Gott;
Er fällt dem Sonnengespann in die Zügel, -
Da schmelzen dem Ikarus die Flügel,
Er flog zu hoch, er stürzt, er fällt,
Ein neu Spektakelstück hat die Welt,
Eben noch zum Himmel getragen ...
Apollo, zürnend, hat ihn erschlagen.

(E. 1890/91 - Aus: Th. F.: Gedichte. Große Brandenburger Ausgabe. Bd. 1. Gedichte. S. 51. Anm. S. 468f.)

. . . "Fliegen will er, er ist ein Gott" - 
 
Wo Fontane arbeitete – und große Parabeln über Brückenbauten, Dampfmaschinen oder Passagier-Schiffe schrieb – er konnte den authentischen BlödSinn seiner Zeit und ferneer Tage beschreiben, wie man sich  . . . zu Planeten aufmachen kann – um sich für vornehm und wichtig, technikgeil und für fortschrittlich zu halten. Wo UnSinn und ReLigio sich aufbieten – um ihrem Wahn genüge zu tun, da gelten Moratorien, die Fontane poetisch fasste...

Oh - Sonnengott - ach, du erbärmlicher Sonnenwagen - der RückSturz auf die S o n n e  ... wäre die genialste astrophysikalische EntGrenzung, die sich homines sapientes technici leisten könnten. 



(Von Hannes Binder ins Bild gesetzt: Friedrich Dürrenmatt: Der schachspieler.. Ein Fragment. Officina Ludi 2007)

P. S.: Beim Schiaparelli - besser 'Schiaparelli Lander' - war es bestimmt nicht das Wachs, das sich löste und den Absturz verursachte - Dürrenmatt hätte sicherlich eine Erklärung finden können, um den WahnWitz zu karikieren... 

- MutMaßlich menschlicher IrrSinn. 

Ob "Schiaparelli" oder I k a r u s



                                                 Fontanes Arbeitszimmer in der Potsdamer Straße 
                                                    Aquarell von Marie von Bunsen, 1898 © Stadtmuseum Berlin



"Schiaparelli“ - Ach – das Gedicht ist von Fontane so betitelt „Ikarus“ - da darf Mann nicht verwechseln:
Wo wir im Westen Millionen – ja, wohl fünf Millionen – aus ihrem Lebenszyklus gerissen haben, dass sie auf Wanderung(en) gehen, ver-irren sich Tausende zu einem Wahn, sie könnten, sollen, müssten den Mars erobern. VerNarrte!


Theodor Fontane: [Schiaparelli]

Ikarus

Immer wieder dieselbe Geschichte:
Siege, Triumphe, Gottesgerichte.

Wem jeder Sprung, auch der kühnste, geglückt,
Der fühlt sich dem Gesetz entrückt,
Er ist heraus aus dem Alltagstrott,
Fliegen will er, er ist ein Gott;
Er fällt dem Sonnengespann in die Zügel, -
Da schmelzen dem Ikarus die Flügel,
Er flog zu hoch, er stürzt, er fällt,
Ein neu Spektakelstück hat die Welt,
Eben noch zum Himmel getragen ...
Apollo, zürnend, hat ihn erschlagen.

(E. 1890/91 - Aus: Th. F.: Gedichte. Große Brandenburger Ausgabe. Bd. 1. Gedichte. S. 51. Anm. S. 468f.)

. . . "Fliegen will er, er ist ein Gott" - 
 
Wo Fontane arbeitete – und große Parabeln über Brückenbauten, Dampfmaschinen oder Passagier-Schiffe schrieb – er konnte den authentischen BlödSinn seiner Zeit und ferneer Tage beschreiben, wie man sich  . . . zu Planeten aufmachen kann – um sich für vornehm und wichtig, technikgeil und für fortschrittlich zu halten. Wo UnSinn und ReLigio sich aufbieten – um ihrem Wahn genüge zu tun, da gelten Moratorien, die Fontane poetisch fasste...

Oh - Sonnengott - ach, du erbärmlicher Sonnenwagen - der RückSturz auf die S o n n e  ... wäre die genialste astrophysikalische EntGrenzung, die sich homines sapientes technici leisten könnten. 


(Von Hannes Binder ins Bild gesetzt: Friedrich Dürrenmatt: Der schachspieler.. Ein Fragment. Officina Ludi 2007)

 Nu - warum Friedrich Dürrenmatt ... als Autor, als Denker? Wer die "Die Physiker" kennt, mag Vergleiche über Welten und WeltRaumKörper und  WeltRaumWahnlinge kennen.

P. S.: Beim Schiaparelli - besser 'Schiaparelli Lander' - war es bestimmt nicht das Wachs, das sich löste und den Absturz verursachte - Dürrenmatt hätte sicherlich eine Erklärung finden können, um den WahnWitz zu karikieren... 
- MutMaßlich menschlicher IrrSinn. 

Was "m e n t a l" bedeuten könnte

Vom Mentalen in der Druse

... „mental“ betrachtet...

Gesucht – das Mentale:

Mental ist eine Missgeburt, eine Frühgeburt ärztlicher und physioloigscher, man dar sagen 'sportlicher' oder sportiver Aktivität(en).

Eine der frühesten Verwendungen, der sog. Frühgeburt eines Wörtleins, fand ich hier, bei ihm, dem Soziologen, der nie genau wusste, wovon er reden wollte:
Nikoklolaus Luhmann:
„Eine der Folgen dieser mit dem Namen Descartes verbundenen Bifurkation von ausgedehnten und mentalen Existenzen ist der Verzicht auf die Vorstellung einer Weltrationalität mit der Konsequenz, daß sich eine extrem unruhige Kultur des Gegenangehens entwickelt.“ (Luhmann, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997, S. 411)

Ergo: BifurKATION seiner Selbst im Gesellschaftlichen seiner Gesellschaft...

Obacht, im Mentalen:
 C.G. Jung und Max Weber habe ich hier mal mental unterschlagen; sie argumentieren mit dem Begriff:

„Da ich der Ansicht bin, daß der Begriff der mentalen Reaktionsgeschwindigkeit wissenschaftlich bei weitem noch nicht geklärt ist, und es bis jetzt keineswegs nachgewiesen ist, auch kaum nachzuweisen sein wird, daß die Reaktion nach außen rascher erfolgt, als die nach innen, so scheint mir die raschere Erschöpfung des extravertierten Entdeckers wesentlich auf der ihm eigentümlichen Reaktion nach außen zu beruhen.“ (Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: 1921)

Ein bisschen Pfusch muss sein!
Oder Wissen?
Nur Rudolf Eisler lieferte die Quelle des mental Mentalischen, das Englische:

„Die Psychologie ist nach S. die Wissenschaft vom seelischen Prozeß (»science of mental process«).“ (Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, 1912)


Was ist das 'Geistige', das 'Kognitive', das 'Psychische', das „menal“ genannt werden musste? Man müsste die Mentalisten fragen.
Natürlich wurde auch Freud – bei der Übertragung ins Englische so behandelt.
Hat er auch verdient, wenn er vom Geistigen spricht:



Es ist keine Traumdeutung, wenn man das als Kriegshysterie benennt, als Präperation der K.:
"The profound emotions of waking life, the questions and problems on which we spread our chief voluntary mental energy, are not those which usually present themselves at once to dreamconsciousness.“ (Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 14)


Schnüffeln Sie mal, wie dieser Satz in der Freuds „Traumdeutung“ von 1900 hieß, auf Deutsch eben..